Sachverständige Blitzschutzanlagen

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Informationen zu Blitzschutzanlagen

Gegen die Naturgewalten ist der Mensch meist vollständig ausgeliefert und auch wenn es um Blitze, also Elektrizität geht, drohen nach wie vor enorme Gefahren gegen die es sich zu schützen gilt. Bereits im Schulunterricht lernten wir, dass sich Blitze meist an höher gelegenen oder an den in der entsprechenden Umgebung höchsten Ort entlädt, bzw. einschlägt. Die schädlichen Auswirkungen von Blitzeinschlägen konnten wir bereits zu duzenden vermerken.

Definition Blitzschutz

Zum Glück wurden mit der Zeit diverse Blitzschutzeinrichtungen entwickelt, welche uns vor Einschlägen schützen sollen. Unter Blitzschutz versteht man diverse Vorkehrungen gegen Blitzeinschläge auf bauliche Anlagen. Ohne einen Blitzschutz kann ein Blitz ein Gebäude zerstören, meist geschieht das durch Brände oder explosionsartigen Ölverdampfungen. Der Blitz kann desweiteren auch in direkt in elektrische Leitungen, zum Beispiel in Antennen oder Photovoltaik anlagen eindringen und dort Brände verursachen. Auch Rohrleitungen, wie sie bei Solarleitungen anzutreffen sind, können den Blitzeinschlag aufnehmen und in das Innere des Gebäudes eindringen. Ein vollständiges Blitzschutzsystem, auch Lightning Protection System genannt, besteht aus einem äußeren und einem inneren Blitzschutz. In Deutschland sind diese Systeme keine Pflicht, dennoch werden Sie extrem empfohlen um Hausbesitzer vor Schäden zu bewahren.

Die Normung der Blitzschutzanlagen

Ein umfassender Blitzschutz wird international und europäisch in EN-Normen definiert. Dabei besteht die Normreihe aus vier Teilen:

  • Teil 1 gelten den allgemeinen Grundsätzen über den Blitzschutz
  • Teil 2 beschäftigt sich mit dem Risikomanagement
  • Teil 3 befasst sich mit dem Schutz von baulichen Anlagen und auch Personen
  • Teil 4 behandelt die elektrischen und elektronischen Systeme in baulichen Anlagen

Diese Teile wurden in ein Gesamtkonzept aufgearbeitet und beinhalten folgende Themen:

  • Das Magnetfeld eines Blitzes, der Strom und die indirekte und direkte Gefährdung von Blitzeinschlägen
  • Schadensursachen von Blitzeinschlägen, zum Beispiel: Feuer, Explosion, Funkenbildung, Spannung und Überspannung, mechanische und chemische Wirkungen.
  • Die zu schützenden Objekte in Form von Personen, Gebäuden und Anlagen
  • Diverse Schutzeinrichtungen wie beispielsweise Fangeinrichtungen, Ableitungen und Schirmungen.

In den Normen wurden die Blitzschutzzonen und der Gefährdungspegel durch Blitzeinschläge behandelt und festgehalten. Die Einteilung erstreckt sich dabei von ungeschützten Bereichen (LPZ0) bis hin zu sehr stark abgeschirmten Bereichen (LPZ2). Der Gefährdungspegel reicht von 1 bis 4 wobei für elektrische Systeme der LPL 1 empfohlen wird.

Welche Funktion haben Blitzschutzanlagen

Blitzschutzanlagen verringern Schäden, die ein einschlagender Blitz in und an einem Gebäude verursacht. Sollte ein Blitz einschlagen, so bietet eine Blitzschutzanlage dem Strom einen definierten, niederohmigen Strompfad. Im Grunde geht es darum, den Blitzstrompfad am Haus vorbei zu leiten und in der Erde abzufangen. Bei Fangeinrichtungen werden, mittels der Konzentration der Ladungsträger durch den Blitzeinschlag, diese in die Fangeinrichtung weitergeleitet.

Sekundärschäden

Sollte ein Blitz trotz Blitzschutzanlage in ein Gebäude einschlagen, so fließen dort kurzzeitig sehr hohe Ströme innerhalb der Blitzableiter. Das gesamte Stromversorgungsnetz, sämtliche Telefonleitungen, sowie Antennen- oder Netzwerkleitungen können dadurch zerstört werden. Allerdings nur dann, wenn diese Versorgungsleitungen nahe der Blitzableiter liegen.

Äußere Blitzschutzanlagen

Der äußere Blitzschutz bietet Schutz bei Blitzeinschlägen, welche ansonsten direkt in die Anlage eingeleitet werden würden. Der äußere Blitzschutz wirkt dabei wie ein Faradayscher Käfig, die Wirkung ist ähnlich sicher, wie in einem Auto. Für den äußeren Blitzschutz stehen folgende Möglichkeiten zur Absicherung zur Verfügung:

  • Fangeinrichtungen
  • Das Schutzwinkelverfahren
  • Maschenverfahren
  • Ableitungsanlage
  • Erdungsanlage

Innere Blitzschutzanlagen

Der innere Blitzschutz umfasst alle Maßnahmen gegen Überspannungen unterschiedlichster Art innerhalb eines Gebäudes. In einem Umkreis von 1,5 Kilometer können die Auswirkungen eines Einschlages ihre Wirkung zeigen und sich auf umliegende Installationen und elektronische anlagen übertragen. Die Überspannungen zeigen sich auf folgende Arten:

  • Die direkte Einwirkung eines Einschlages in das Gebäude oder Versorgungsleitungen
  • Die direkte Einwirkung eines Einschlages auf Energie- und telekommunikationsleitungen
  • Die indirekte Einwirkung hoher Spannungen eines entfernten Einschlages

Für den Schutz diverser Auswirkungen auf einen Einschlag werden spezielle Überspannungsschutzgeräte eingesetzt. Diese teilen sich auf in:

  • SPD Typ 1 – der Grobschutz
  • SPD Typ 2 – der Mittelschutz
  • SPD Typ 3 – Fein- oder Geräteschutz

Weitere Blitzschutzanlagen können für folgende Objekte eingebaut werden:

  • Blitzschutz für Antennen
  • Blitzschutz für Freileitungen
  • Blitzschutz bei Seilbahnen
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