Konkurrenz für synthetische Dämmstoffe

Fachartikel von Ingo Kempkes (SUMA Webtec)

Schafwolle, Kork und Stroh – ökologische Dämmstoffe die der Synthetik in Zukunft Konkurrenz machen werden. Es eignet sich jedoch nicht jedes dieser natürlichen Materialien für alle Zwecke.

Als Hauseigentümer sollte man sich stets mit dem Thema Dämmung auseinandersetzen. Egal ob Renovierung oder Neubau, der Schutz vor eindringender Feuchtigkeit und die Vorbeugung von Schimmelschäden ist wichtig, zudem werden bei dem richtig gewählten Dämmstoff oft auch Energiekosten eingespart.

Wenn Sie also Ihre Auswahl nicht nur nach dem Preis, sondern auch nach Umweltaspekten treffen wollen, könnten einige dieser ökologischen Produkte auch für Ihre Zukunft interessant sein.

Schafwolle

Aus der Textilindustrie kaum noch wegzudenken, ist es für viele vielleicht neu, dass die Wolle auch zur Dämmung von Gebäuden bestens geeignet ist. Hierzu wird die frisch geschorene Schurwolle oder wieder aufbereitete Wolle gewaschen, teilentfettet und zu Vlies oder Filz verarbeitet. Zur Stabilisierung wird die Schafwolle in Naturkautschukmilch eingetaucht. Es besteht jedoch die Gefahr, dass diese von Motten befallen wird, wenn man sie nicht entsprechend vorbehandelt. Ein guter Nebeneffekt ergibt sich daraus, dass die Wolle auch Schadstoffe aus der Raumluft bindet.

Kork

Aus der im Mittelmeerraum angesiedelten Korkeichenrinde gewonnen,  zerkleinert und ohne Bindemittel als Schüttdämmstoff wird er in Hohlräumen eingesetzt. Die zerkleinerte Rinde kann jedoch auch mit 250 – 350 Grad Celsius heißem Wasserdampf behandelt und zu Platten gepresst werden, die dann in der Dach- und Außenwanddämmung genutzt werden. Kork ist nicht für Schädlinge und Bakterien anfällig und eignet sich besonders bei hohen Temperaturen als Dämmschutz.

Stroh

Ein großer Vorteil dieses Dämmstoffes ist die hohe und preiswerte Verfügbarkeit. Das Stroh wird gehäckselt und in einem Trocknungsofen entwässert, danach wird es zu Strohmehl verarbeitet und je nach Einsatz mit Zellulose oder Leim angereichert. Es findet seinen Einsatz  vor allem in den USA im Trocken- und Innenausbau.

Holz

Der umsatzstärkste ökologische Dämmstoff in Deutschland, wird auf verschiedene Weisen verarbeitet und eignet sich besonders für Wärme- und Trittschalldämmungen. Holzspanplatten bestehen aus ca. 80 Prozent Weichholz, Wasser und Naturharzen, zur Stabilisierung werden Zement oder Magnesit verwendet. Holzwolle-Leichtbauplatten im Gegenzug werden aus Bruch- und Restholz hergestellt, welches zerkleinert und mit Zement angereichert wird.

Flachs

Zur Nutzung als Dämmstoff wird getrockneter Flachsstroh ausgefasert und mit Stärkebindemitteln oder Textilfasern zu Vlies verarbeitet. Er ist nahezu resistent gegen Ungeziefer und wird in der Landwirtschaft verwendet. Flachs ist ein günstiger Dämmstoff, der einen guten Wärmeschutz bietet und zudem 20 Prozent seines Eigengewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen kann.

Kokos

Die Hülle dieser Steinfrucht als Dämmstoff zu nutzen, z.B. in Form von Matten oder Vlies, ist durch den langen Transportweg eine eher kostenaufwändige Variante. Zur Herstellung werden die Kokosnusshüllen in große Sumpfbecken gelegt um die fäulnisanfälligen Stoffe zu zersetzen. Dann werden die übrigen Fasern gereinigt und getrocknet, damit sie vernadelt oder versteppt werden können.

Zellulose

Einer der beliebtesten ökologischen Dämmstoffe ist die Zellulose. Verwendungsform als Platten oder als Flocken zum aufsprühen. Hergestellt aus altem Zeitungspapier, das zerkleinert und mit Wasser behandelt wird, findet sie häufig Verwendung in Altbauten, mit teilweise feuchtem Mauerwerk. Durch die Sprühtechnik passt sie sich exakt dem zu dämmenden Objekt an.

Hanf

Als schnellwachsende Pflanze, welche bis Mitte der 90er Jahre kaum zum Einsatz freigegeben war, findet Hanf heute zunehmend Verwendung im Baugewerbe. Mit Polyesterfasern oder Maisstärke behandelt und in Form von Platten, Vlies oder Filz ist es besonders gut geeignet  für den Einsatz in Decken, Trennwänden oder als Stopfdämmung bei Fenstern und Türen. Da Hanf jedoch eine hohe Wärmeleitfähigkeit besitzt, eignet es sich nicht um Räume kühl zu halten.